Claude Empfehlungen Tagestouren

Mango liegt ja mitten in der Alta Langa – von dort aus sind die bekanntesten Ecken der Langhe alle in 20–45 Minuten Fahrzeit erreichbar. Hier vier Tagestouren, sortiert von nah nach etwas weiter:

1. Barbaresco – Neive – Alba (die “nahe” Tour, ca. 30–40 Min. Gesamtfahrzeit)

Anfahrt: Von Mango über die SP3 Richtung Treiso/Barbaresco (ca. 15 Min.), von dort weiter nach Neive (10 Min.) und schließlich nach Alba (nochmal 15 Min.)

Parken:

  • Barbaresco: An der Strada Giro del Valle am Ortsrand parken (an Feiertagen Einbahnstraße!) und zu Fuß ins Zentrum.
  • Neive: Außerhalb des historischen Zentrums parken – die Gassen sind eng, der Ort liegt erhöht.
  • Alba: In der Altstadt gilt Zufahrtsbeschränkung. Am Rand ausgeschilderte Parkplätze nutzen; Achtung, manche Bereiche sind kostenpflichtig (blaue Markierung), andere gratis (weiße Markierung).

Sehenswertes: Der mittelalterliche Turm von Barbaresco (Aufzug hinauf, herrlicher Blick auf Tanaro-Tal und die Weinberge) mit Enoteca Regionale in der ehemaligen Kirche daneben. Neive gilt als eines der “schönsten Dörfer Italiens” – Aussichtspunkt am alten Wall, Glockenturm. In Alba dann die mittelalterliche Altstadt mit ihren Geschlechtertürmen, der Dom San Lorenzo und die Fußgängerzone Via Vittorio Emanuele II mit den Trüffel- und Feinkostläden (montags haben viele Geschäfte zu).

Lokalitäten: In Alba ist die Osteria dell’Arco ein Klassiker für Agnolotti del Plin und Brasato al Barolo. Für ganz oben: Piazza Duomo (Enrico Crippa, mehrfach Michelin-besternt) – reservieren, deutlich teurer. In Barbaresco selbst gibt es kleine Weinbars direkt am Turm für Vesper mit lokalem Wein.

2. Barolo – La Morra – Monforte d’Alba (die klassische Weinstraße, ca. 45–60 Min. Fahrzeit ab Mango)

Anfahrt: Von Mango über Alba Richtung Süden/Südwesten auf die Barolo-Weinstraße – etwa 40–45 Fahrminuten bis Barolo.

Parken: In Barolo und La Morra jeweils am Ortsrand parken und die letzten Meter zu Fuß gehen – die Ortskerne sind autofrei oder sehr eng. In La Morra: am Beginn des Dorfes parken, dann hinauf zum Belvedere laufen.Sehenswertes: Das Castello Falletti in Barolo mit dem WiMu (Weinmuseum) und der Enoteca Regionale del Barolo – über 120 Etiketten zur Verkostung, direkt in den alten Schlosskellern. In La Morra der Belvedere di La Morra an der Piazza Castello, einer der schönsten Aussichtspunkte der ganzen Langhe (bei Sonnenuntergang besonders eindrucksvoll, dann aber auch am touristischsten). Monforte d’Alba ist ein mittelalterliches Dorf mit verwinkelten Gassen, die zu einem kleinen Freiluft-Amphitheater führen.

Lokalitäten: In La Morra ist die Trattoria Belvedere (seit 1927 in Familienhand) mit Aussicht und traditionellem Menü – Agnolotti in Butter, Tajarin mit Salsiccia, Kaninchenbraten – ein Geheimtipp mit Substanz. Auch Osteria Veglio am Ortsrand von La Morra wird für seine Agnolotti del Plin gelobt. Für einen besonderen Anlass: La Ciau del Tornavento in Treiso (auf dem Rückweg), Michelin-Stern, Weinkeller mit 65.000 Flaschen.

3. Serralunga d’Alba – Grinzane Cavour – Castiglione Falletto (die Burgenroute, ca. 45 Min. ab Mango)

Anfahrt: Über Alba Richtung Süden, ca. 40–45 Minuten bis Serralunga.

Parken: In Serralunga am Ortseingang parken, das Dorf liegt auf einem schmalen Bergkamm. Bei Grinzane Cavour gibt es einen Parkplatz an der Provinzstraße direkt unterhalb der Burg (mit öffentlichen Toiletten).

Sehenswertes: Das perfekt erhaltene mittelalterliche Kastell von Serralunga d’Alba, eines der besterhaltenen im Piemont. Die Burg Grinzane Cavour – 17 Jahre lang Amtssitz von Camillo Benso di Cavour als Bürgermeister – mit Museo delle Langhe und Enoteca Regionale Piemontese. Von hier ein toller Blick über die UNESCO-Weinberge. Wer mag, kann die Route mit einer kurzen Wanderung verbinden: Ab Gallo d’Alba führt ein einfacher, gut markierter Feldweg (ca. 4 km, 144 Hm) direkt zur Burg Grinzane Cavour.

Lokalitäten: In Serralunga gibt es traditionsreiche, bodenständige Küche in kleinen Albergo-Restaurants – hier soll übrigens im 19. Jh. der Barolo Chinato (Kräuter-Digestif auf Barolo-Basis) erfunden worden sein, ein schöner Abschluss nach dem Essen. In Grinzane Cavour lohnt die Bar/das Restaurant direkt im Schloss mit Blick auf die Hügel.

4. Cherasco – Bra (die “andere” Langhe: Barock statt Wein, ca. 1 Std. ab Mango)

Anfahrt: Etwas weiter westlich, ca. 55–60 Minuten. Cherasco liegt am Fuß der Langhe, in der Nähe der Zusammenflüsse von Stura di Demonte und Tanaro.

Parken: Die Altstadt ist für Autos gesperrt bzw. stark eingeschränkt – am besten an einem der ausgeschilderten Parkplätze am Rand des schachbrettartig angelegten Zentrums parken.

Sehenswertes: Zwei barocke Triumphbögen (Belvedere-Bogen und Narzole-Bogen) rahmen die Altstadt, dazwischen gotische Häuserzeilen und der Palazzo Salmatoris, wo 1796 Napoleon den Waffenstillstand mit dem Haus Savoyen unterzeichnete. Ein Spaziergang auf den Stadtmauern (16. Jh.) bietet einen schönen Panoramablick auf Langhe und Roero. Cherasco ist zudem “Schneckenhauptstadt” Italiens mit eigenem Zuchtinstitut.

Lokalitäten: Cherasco ist berühmt für seine Schnecken (Lumache) – Klassiker: Osteria La Torre. Zum Mitnehmen: die lokalen “Baci di Cherasco”, Pralinen aus Bitterschokolade und Langhe-Haselnüssen.


Für Wanderfreunde: Direkt durch Mango verläuft ein Teilstück der bekannten “Bar to Bar”-Route (Barbaresco–Neive–Mango–Trezzo Tinella–Treiso–Barbaresco) – ein Wander- und Radweg durch die Weinberge, der sich gut mit den Ausflügen nach Barbaresco/Neive kombinieren lässt, ganz ohne Auto.

Regionale Klassiker, die man in jeder Lokalität probieren sollte: Tajarin (hauchdünne Eiernudeln, im Herbst mit weißem Trüffel), Agnolotti del Plin, Vitello Tonnato, Brasato al Barolo und zum Dessert Bonet. Die meisten Restaurants in kleineren Dörfern haben nur mittags und abends feste Öffnungszeiten und schließen oft montags/dienstags – bei den besseren Adressen lohnt sich in der Hochsaison eine Reservierung.